Wechsel in der Geschäftsleitung
Ein Gespräch mit Markus Mürle und Stefan Ulrich
Am 1. Juli wird Stefan Ulrich (39) Geschäftsführer und Gesellschafter bei mürlepartner. Gleichzeitig tritt Markus Mürle (65), der das Unternehmen 3 Jahrzehnte lang mitgeleitet hat, einen Schritt zurück. Er wird dann nicht mehr Geschäftsführer sein, bleibt aber Gesellschafter und übernimmt ausgewählte Aufgaben im Hintergrund.
Redaktion: Stefan, wie lang bist du jetzt schon bei mürlepartner? Was hat diese Zeit für dich geprägt?
Stefan Ulrich: Es ist tatsächlich schon 15 Jahre her, dass ich bei mürlepartner eingestiegen bin. Es war von Anfang an eine spannende Zeit, weil sich so viel verändert hat. Den Wandel und das Wachstum in der personellen Struktur, aber auch die konsequente Fokussierung auf Bauleitung und technisches Projektmanagement. Nicht zu vergessen natürlich die tollen Projekte: von der Getränke-Abfüll-Fabrik in der Pfalz bis zu den höchst anspruchsvollen Bauten der LBBW.
Redaktion: Markus, bei dir sind es über 30 Jahre. Was waren deine Highlights?
Markus Mürle: Von den Projekten hat es mir am meisten der Bahnhof Alexanderplatz angetan. Umbau und Sanierung bei laufendem Betrieb. Das war damals ein echter Meilenstein. Und dann erinnere ich mich gern an viele „Lessons-Learned-Gespräche“ mit Kunden nach Abschluss eines Projekts. Da bekam ich oftmals wertvolle Anregungen für die Weiterentwicklung unseres Unternehmens.
Ein wichtiges Anliegen war mir auch immer, die Bindung unserer Mitarbeiter an mürlepartner zu stabilisieren und damit wertvolles Know-how im Unternehmen zu halten.
Redaktion: Stefan, jetzt wirst du Geschäftsführer bei mürlepartner. Hättest du dir das vor 15 Jahren vorstellen können?
Stefan Ulrich: Vielleicht nicht so konkret. Aber ich war immer einer, der Verantwortung übernehmen wollte. Früher schon beim Handball oder bei der Freiwilligen Feuerwehr und dann natürlich auch im Job. Und die Entwicklung zu diesem Schritt bei mürlepartner verlief logisch und organisch. 2018 erhielt ich Prokura und vor zwei Jahren meinte Markus, er fände es wichtig, dass ich vor meinem 40sten Geburtstag Geschäftsführer werde.
Redaktion: Die Zeiten sind nicht einfacher geworden. Inwiefern dämpft oder verstärkt das deine Motivation, unternehmerische Verantwortung zu übernehmen?
Stefan Ulrich: Ich bin keiner, der sich von Schwarzmalerei runterziehen lässt. Nach meiner Überzeugung wird es auch mit der deutschen Wirtschaft bald wieder bergauf gehen. Mein Engagement als Gesellschafter bei mürlepartner ist Ausdruck dieser Zuversicht.
Redaktion: Wo siehst du zukünftig die größten Chancen für mürlepartner?
Stefan Ulrich: Das Potenzial ist riesig. Unsere Konzentration auf die Leistungsphase 8 ist schon fast für sich ein Alleinstellungsmerkmal. Es gibt wenige Ingenieurbüros unserer Struktur und Größenordnung mit dieser Spezialisierung. Damit sind wir perfekt für die Symbiose mit leistungsfähigen Planungsbüros geeignet.
Redaktion: Markus, siehst du das genauso?
Markus Mürle: Absolut. Zumal wir einfach eine wertvolle Qualität unserer Leistung entwickelt haben. Entscheidend dabei ist die Art der Kommunikation: klar, freundlich, höflich, geradlinig und bestimmt. So entsteht natürliche Autorität und man wird nicht ins Reagieren gezwungen. Mit den Leuten reden und sie ernst nehmen!
Stefan Ulrich: Wir sind keine „Fernbauleiter“, sondern identifizieren uns mit Bauherr und Baustelle. Statt zahllose Mails abzufeuern, sind wir lieber vor Ort und kümmern uns zusammen mit den Ausführungsfirmen um gute Lösungen.
Redaktion: Wir sprachen schon über den allgegenwärtigen Wandel. Was werden die merklichen Effekte dieses Wandels sein?
Stefan Ulrich: Natürlich geht es beim Thema Wandel immer auch um Digitalisierung und KI. Entscheidend wird sein, diese Möglichkeiten sinnvoll und pragmatisch zu nutzen. Und zwar so, dass wir dadurch mehr Freiraum gewinnen für die eigentlichen Aufgaben vor Ort auf der Baustelle.
Markus Mürle: Wandel ist auch ein wichtiges Stichwort im Blick auf den Markt. Wir sind zum Glück nicht fixiert auf Automotive, wenngleich wir bis 2028 Projekte von Automobilherstellern im Auftragsbestand haben. In den letzten Jahren konnten wir unser Kundenportfolio erfreulich diversifizieren.
Redaktion: Hast du ein paar nützliche Ratschläge für die jüngeren Kolleginnen und Kollegen?
Markus Mürle: Die werden schon ihren Weg finden. Das beobachte ich in aller Ruhe. Gerade neulich bekam ich bei einem Einweihungsfest vom Kunden derart überschwängliches Lob zu einem jungen Mitarbeiter zu hören – da kann es einem ja gar nicht bange sein. Vielleicht nur dieser Tipp: Von Stefan können sie jede Menge lernen. Fachlich, aber auch was die Soft Skills angeht.
Redaktion: Stefan, wirst du als Geschäftsführer den Kunden als persönlicher Ansprechpartner erhalten bleiben?
Stefan Ulrich: Selbstverständlich! Ich sehe das geradezu als eine meiner Hauptaufgaben an: Mit den Menschen reden. Mit den Kunden und den Mitarbeitenden. Das ist ja genau ein Merkmal unserer DNA: die Nähe zum Kunden, der direkte Dialog.
Redaktion: Herzlichen Dank für diese Ein- und Ausblicke!
